Die mehrfach ausgezeichnete Osterberg-Presse oder "O-cell“, trägt ihren Namen nach ihrem Erfinder Dr. Jorj O. Osterberg. Die O-cell ist ein hydraulisch betriebenes, leistungsstarkes Belastungsgerät für den Einmaleinsatz, das in die Gründungsstruktur eingebaut wird. Durch ihre Wirkungsweise in zwei Richtungen, aufwärts gegen die Mantelreibung und abwärts gegen den Spitzendruck, trennt sie automatisch die Widerstandsanteile. Aufgrund ihrer Eigenschaft als eingebauter Bestandteil der Gründungsstruktur ist die Probebelastung mit der Osterberg-Presse nicht durch die Grenzen von über Kopf aufzustellenden Belastungseinrichtungen oder Zugelementen eingeschränkt. Stattdessen leitet die O-cell den Widerstand vom Boden- und/oder Felssystem ab. Der Spitzendruck und die Mantelreibung des unteren Abschnitts bringen den Widerstand für die Mantelreibung im oberen Abschnitt des Belastungstests auf und die Mantelreibung im oberen Abschnitt bringt den Widerstand für den Spitzendruck und die Mantelreibung im unteren Abschnitt auf. Die Probebelastung mit der O-cell wird fortgeführt, bis einer der drei möglichen Grenzzustände erreicht wird: die maximale Mantelreibungskraft, die maximale Pfahlkopfkraft oder die Leistungsgrenze der O-cell.
Jede Osterberg-Presse ist entsprechend instrumentiert, um das Auseinanderfahren der Presse direkt zu messen. Durch die zusätzliche Messung der Pfahlkopfverschiebung und der Pfahlstauchung kann die abwärts gerichtete Bewegung des Pfahls bestimmt werden. O-cells werden für Lastbereiche von 1,77 MN (181 t) bis 26,8 MN (2722 t) hergestellt. Durch die Verwendung mehrerer O-cells in einer einzigen horizontalen Ebene kann die verfügbare Prüflast bis auf 213,5 MN (21772 t) erhöht werden. Durch die Verwendung mehrerer O-cells in einer mehrstöckigen Anordnung kann der Pfahl in isolierte Probebelastungsbereiche aufgeteilt werden. Mit dem Einsatz der O-cell hat LOADTEST die Durchführung von Probebelastungen für Tiefengründungen von kostspieligen, zeitaufwendigen und auf kleine Maßstäbe beschränkten Versuchen in fortschrittliche und zeitsparende Versuche weiterentwickelt, die vollmaßstäblich an Bauwerks- oder Versuchspfählen realisiert werden können.