Zeil - Frankfurt am Main

ZeilFrankfurt.jpgDas Osterbergverfahren zur Ausführung von Pfahlprobebelastungen mit der Osterberg-Presse (O-cell®) wurde erstmals in Deutschland beim Projekt FrankfurtHochVier an der Zeil in Frankfurt am Main eingesetzt. Damit wurde im Jahr 2004 im Herzen Frankfurts unter Verwendung der Osterberg-Presse eine statische Probebelastung mit der höchsten in Deutschland bis zu diesem Zeitpunkt aufgebrachten Prüflast ausgeführt. Mit der Probebelastung ist die Auslegung der Gründung bestätigt und optimiert worden, bevor ein Teil der älteren Bausubstanz rückgebaut wurde.

Ein ca. 12m langes Probepfahlsegment mit 1,68m Durchmesser wurde von Bilfinger & Berger bis in eine Tiefe von ca. 45m in die Felsschicht der Frankfurter Kalke eingebracht. Unter vorteilhafter Nutzung der charakteristischen Eigenschaft des Osterberg-Verfahrens, wurde nur der in der Felsschicht angeordnete Probepfahlabschnitt betoniert und die Restlänge zur Stabilisierung der Pfahlbohrung (33m) mit Kies verfüllt. Schließlich wurde ein Abschnitt des Pfahlsegments mantelverpresst und unterhalb des Pfahlfußes eine Gebirgsvergütung vorgenommen (ein in den Frankfurter Kalken häufig angewendete Vorgehensweise).

Frankfurt_install.jpgDas großflächige Projektareal befindet sich in einer privilegierten Lage an der Zeil im Stadtkern Frankfurts, der Einkaufsstrasse mit einer der höchsten Fußgängefrequenzen Deutschlands. Es wird zu einem multifunktionalen Quartier mit umfangreichen Einkaufs-, Wohn-, Arbeits- und Freizeitmöglichkeiten umgestaltet. Die bestehende Bebauung mit dem ehemaligen Fernmeldehochhaus wird vollständig rückgebaut, mit Ausnahme des historischen Thurn und Taxis Palais, das unter Denkmalschutz steht. Diese Revitalisierung der Innenstadtlage ist eines der gegenwärtig umfangreichsten städtebaulichen Projektentwicklungen in Europa.

Sechs Osterberg-Pressen wurden in zwei getrennten Stockwerken angeordnet, um das Verhalten der drei in den Felsschichten der Frankfurter Kalke eingebundenen Pfahlabschnitte unabhängig voneinander zu bestimmen. Die Probebelastung wurde abschnittsweise ausgeführt, wie es für eine mehrstöckige Osterberg-Pressen-Anordnung erforderlich ist. Mit der Pfahlprobebelastung wurde insgesamt eine Grenzlast von 78 MN erreicht.

Anforderungen an das Verfahren

* Prüfung in 47 m Tiefe eines 12 m langen Probepfahlsegments in den Frankfurter Kalken
* Getrennte Aufbringung der Prüflast auf drei Abschnitte des Pfahlsegments
* Einbau von zwei Pressenhorizonten in einem Großbohrpfahl mit 1,68 m Durchmesser
* Einzelprüfung eines unverpressten und eines mantelverpressten Abschnitts
* Gebirgsvergütung unterhalb des Pfahlfußes durch Injektion
* Ausführung bei engen Platzverhältnissen in einem Innenhof

Unter vorteilhafter Nutzung der charakteristischen Eigenschaft des Osterberg-Verfahrens, wird nur der in der Felsschicht angeordnete Probepfahlabschnitt betoniert und die Restlänge zur Stabilisierung der Pfahlbohrung (33m) mit Kies verfüllt.

Sechs Osterberg-Pressen werden in zwei getrennten Stockwerken angeordnet, um das Verhalten der drei in den Felsschichten der Frankfurter Kalke einbindenden Pfahlabschnitte unabhängig voneinander zu bestimmen. Die Probebelastung wird abschnittsweise ausgeführt, eine Verfahrensweise, die durch die mehrstöckige Anordnung der Osterberg-Pressen ermöglicht wird.

Projekt Eckdaten

Zeitraum September 2003 bis September 2004
Pfahlausrüstung 6 Osterberg-Pressen, 540 mm Durchmesser 6 Wegmesser mit schwingender Saite 4 eingebettete, Stangenextensometer mit schwingender Saite 2 Stangenextensometer mit Pfahlkopfaustritt 12 integrale Bewehrungsmesser mit schwingender Saite
Ergebnis 78 MN Gesamtprüflast
Performance Durch die spezifische Charakteristik des Prüfverfahrens automatisch getrennte Bestimmung der Mantelreibung an drei Abschnitten eines 12 m langen Großbohrpfahl-Segments und des Spitzendruckes eines in 47 Tiefe in den Frankfurter Kalken durch Injektion vergüteten Pfahlfußes sowie der Mantelreibungsverteilung durch Betonstauchungsmessung
Auftraggeber Arbeitsgemeinschaft Bilfinger Berger AG, Hochtief Construction AG, Bauer Spezialtiefbau GmbH, Frankfurt am Main
Bauherr MAB Zeil Forum GmbH & Co KG, Frankfurt am Main
Geotechnische Gutachter Ingenieursozietät Professor Dr.-Ing. Katzenbach GmbH, Darmstadt

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